Die Klostergründung

Die Entstehung von Kirche und Kloster ist eng mit der Rekatholisierung der Grafschaft kurz vor Beginn des Dreißigjährigen Krieges verbunden. Im Jahre 1610 war das Land nach einer gut 70 Jahre währenden protestantischen Zeit auf Anordnung des Grafenhauses offiziell zum katholischen Glauben zurückgekehrt. Das Franziskanerkloster wurde im Jahre 1618 gegründet, um nach mehrjähriger Missionsarbeit durch die Jesuiten die Stadt- und Landbevölkerung in ihrem wiedergewonnenen katholischen Bekenntnis dauerhaft zu festigen. Stifter waren Graf Johann III. von Ostfriesland und Rietberg und seine Gemahlin Gräfin Sabina Catharina. Nach anfänglichen Konflikten zwischen der Kölnischen Ordensprovinz und dem Grafenhaus förderte vor allem Graf Ernst Christoph, nach dem Tod seines Vaters 1625 neuer Landesherr, den Aufbau des Rietberger Konventes.

Mehr als 350 Jahre lang unterstützten die Franziskaner die Seelsorge in den umliegenden Pfarrgemeinden. In gräflicher Zeit betreuten sie zudem die Rietberger Schlosskapelle und die Kapelle zur Holte. Sie leisteten Armenspeisungen und übten bis Mitte des 19. Jh. die Lehrtätigkeit am gegenüberliegenden Gymnasium aus. Im Rietberger Kloster lebte von 1933 bis 1939 der aus Rönkhausen im Sauerland stammende Pater Kilian Kirchhoff (1892-1944). Der bekannte Übersetzer von Hymnen der byzantinischen Ostkirche wurde am 24. April 1944 im Zuchthaus Brandenburg hingerichtet (Gedenktafel links vom Kirchenportal).

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