Heimatverein Rietberg

Rietberg – Menschen, Geschichte, Denkmal-, Umwelt- und Naturschutz

Betonblöcke verrückt

Die Glocke | Nr.: 50 – 9. Woche – 144. Jahrgang | Rietberg | Mittwoch, den 28.02.2024

Wer hat die Betonblöcke verrückt?
Von SUSANNE SCHULTE-NÖLLE
Rietberg (gl). Da staunte Heinz Speit nicht schlecht: Als das Mitglied des Heimatvereins Rietberg am Samstagabend um Punkt 19 Uhr die Schrankenanlage zum Schutz der Moorfrösche an der Straße An den Teichwiesen schließen wollte, war das ein Ding der Unmöglichkeit. Der Grund: Jemand hat die schweren Betonblöcke, die der Schranke als Fundament dienen, dreist auf den Straßenrand verschoben.

„Das kann nur jemand mit einem Trecker mit Frontlader gewesen sein. Anders lassen sich die Blöcke gar nicht bewegen“, mutmaßt Heinz Speit, der sich über derlei Selbstermächtigung ärgert. Schließlich riegele der Heimatverein nicht zum Spaß jeden Abend das Teilstück der Straße An den Teichwiesen zwischen Sportplatz und Hundewiese für den motorisierten Verkehr ab. „Wir tun das, um den heimischen Moorfröschen während ihrer Laichzeit eine sichere Passage über die Fahrbahn zu gewährleisten“, macht der engagierte Rietberger deutlich. Eine durchaus wichtige Aufgabe, denn die Amphibien sind in ihrem Bestand stark bedroht und daher streng geschützt.

Verschoben hat jener Bürger, der offenbar die aktuell geltende Sperrung des rund 500 Meter langen Straßenstücks von abends, 19 Uhr, bis morgens, 7 Uhr, nicht hinnehmen wollte, die Betonklötze ganz geschickt nur auf der Südseite der Straße. Damit klafft zwischen den Flügeln der Schrankenanlage eine Lücke, „die groß genug ist, dass jeder, der halbwegs gut fahren kann, mit seinem Fahrzeug da durch kommt“, beschreibt Heinz Speit im Gespräch mit unserer Zeitung.

Ein dreister Bürger hat am Samstag An den Teichwiesen in Rietberg die Betonblöcke zur Seite geschoben, in denen die Schrankenanlage zum Schutz der Moorfrösche verankert ist. Der Bauhof hat mittlerweile wieder für Ordnung gesorgt. Foto: Privat

Gewissenhaft hat er noch am Samstagabend dem Vorstand des Heimatvereins Bescheid gegeben, damit dieser die Stadt über das unerwünschte Vorgehen An den Teichwiesen in Kenntnis setzt. Dort wiederum bestätigt am Dienstag Rathaussprecher Juergen Wohlgemuth: „Unsere Mitarbeiter des Bauhofs sind am Montag vom Heimatverein informiert worden.“ Bei der Kontrolle vor Ort habe sich herausgestellt, dass zwei Sperren leicht verschoben waren, so dass auch im geschlossenen Zustand ein Auto den Bereich hätte passieren können. „Die Schranken sind so schwer, dass man sie schon mit einem Traktor oder einer Baumaschine verschieben musste“, teilt Wohlgemuth die Ansicht von Heinz Speit, was den möglichen Tathergang anbelangt. Die Bauhof-Mitarbeiter jedenfalls haben noch am Montag alles wieder in den korrekten Zustand gebracht.

Dem Übeltäter und etwaigen Nachahmern sei abschließend gesagt: Nach Auffassung der städtischen Abteilung Sicherheit und Ordnung, Straßenverkehr könnte es sich bei dem Verschieben der Sperren um einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr nach Paragraf 315 Strafgesetzbuch handeln.

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