Die Glocke | Nr.: 296 – 51. Woche – 144. Jahrgang | Rietberg | Freitag, den 20.12.2024
5000 Euro für tolles Engagement vor Ort
Rietberg (mad). Kurz vor dem Jahreswechsel oblag es Bürgermeister Andreas Sunder, noch einige Gesichter zum Strahlen zu bringen: Die Sitzung des Hauptund Finanzausschusses begann mit der Verleihung des Heimatpreises, der vom Land NRW mit einem Gesamtpreisgeld von 5000 Euro gestiftet wird.
Bedacht wurden gleich drei Vereine beziehungsweise Gruppen, die sich mit ihren Ideen und ihrer intensiven Arbeit besonders hervorgetan haben. Zwölf Bewerbungen waren bei der Stadt eingegangen. Um den Spannungsbogen zu halten, begann das Stadtoberhaupt mit dem dritten Preisträger: Eine außergewöhnliche Idee hatte der Heimatverein Mastholte ersonnen, der für seine „Vintage-Bike-Tour“ mit dem dritten Platz gewürdigt wurde. Die Ausfahrten in die Umgebung auf historischen Fahrrädern stießen nicht nur im Rietberger Land auf Interesse, sondern lockten sogar Besucher aus weiter entfernten Städten wie beispielsweise Osnabrück an.
Die Tour ist noch recht neu im Mastholter Veranstaltungskalender, soll künftig aber jedes Jahr am letzten Samstag im August mit Wissensstopps auf Bauernhöfen und geselligem Ausklang stattfinden. Dafür konnten sich Alexander Hagemeier und Josef Derenthal über 1000 Euro freuen.
Über den zweiten Platz kann sich die Initiative der Dorf-Funk-App freuen. Die Dorf-Webseite bietet Infos zu Vereinen, Terminen und eine Dorfchronik zur Bewahrung der lokalen Geschichte. Seit Projektstart 2021 bis August 2024 verzeichnete die Plattform laut Christiane Schneiders mittlerweile mehr als 230.000 Aufrufe und ermöglicht die Kommunikation zwischen Vereinen, Gruppen und anderen Nutzern zu verschiedenen Themen. Für die Dorf-App-Gruppe gab es 1500 Euro, die man, so erklärte es Christiane Schneiders, dort gut gebrauchen könne „Damit können wir ein Jahr weiter finanzieren“, sagte sie.
Der erste Platz ging an den Heimatverein Rietberg, genauer gesagt an „altbekannte Gesichter, die nicht nur in den Töpfen des Heimatvereins rühren, sondern auch politisch mitmischen und aktiv sind“, sagte Sunder.
Der erste Platz sei eine Auszeichnung für das Gesamtwerk des Heimatvereins, sagte Sunder. Damit wolle man die Vielfalt der Formate, mit denen der Verein viele Bürger anspräche, würdigen. Darüber freute sich Günter Höppner, der als erster den Preis mit 2500 Euro entgegennahm. „Ist es nicht toll, dass das Heimathaus wieder voll ist?“, fragte er und unterstrich insbesondere, dass es den Ehrenamtlern gelungen sei, in Zeiten der Digitalisierung Menschen miteinander verbinden zu können und ein Miteinander von Jung und Alt zu bewerkstelligen.
„Wir haben mittlerweile 500 Veranstaltungen im Jahr, vor drei Jahren waren es nur 60 bis 70“, machte Höppner, der sich mit einem Augenzwinkern über das Geld freute, das nicht die Stadt bezahlen muss.

Strahlende Gesichter bei der Auszeichnung: (v. 1.) Wolfgang Stroop und Günter Höppner (Heimatverein Rietberg) sowie Arndt Heinz, Christiane Schneiders, Ludger Funke und Anna Kibelka (Dorf-Funk-App Westerwiehe) nahmen Blumen und Urkunden von Bürgermeister Andreas Sunder entgegen, der ebenso Alexander Hagemeier und Josef Derenthal (Heimatverein Mastholte) gratulierte. Foto: Addicks