Heimatverein Rietberg

Rietberg – Menschen, Geschichte, Denkmal-, Umwelt- und Naturschutz

Rosi frisst am liebsten Scheine und Münzen

Die Glocke | Nr.: 294 – 51. Woche – 143. Jahrgang | Rietberg | Dienstag, den 19.12.2023


Von NIMO SUDBROCK

Rietberg (g). Rosi bekommt in den Tagen vor Weihnachten reichlich zu fressen. Aber Angst haben, geschlachtet zu werden und als Festtagsbraten auf den Esstisch zu kommen, braucht sie nicht. Schließlich soll die überdimensionale Spardose in Form der Rietberger Wappensau auch im kommenden Jahr zum Einsatz kommen. Das nennt man dann wohl: Schwein gehabt.

„In der Vorweihnachtszeit sitzt vielen das Portemonnaie lockerer“, wissen Heimatvereinsvorsitzender Günter Höppner und Stadtführerin Marlis Rupprath. Deswegen waren sie mit einer ganz speziellen Spardose in Kneipen und auf dem Adventsmarkt auf Spendenfang. Foto: Sudbrock

Wenn in den Tagen vor Weihnachten ein Mann und eine Frau mit einem riesigen Sparschwein auf dem Rietberger Adventsmarkt und den örtlichen Gaststätten unterwegs sind, handelt es sich dabei mit 100-prozentiger Wahrscheinlichkelt um Maris Rupprath und – das ist nicht ganz so sicher – um Günter Höppner. Für Letztgenannten, springt manchmal allerdings auch Stadtführer Klaus Stücker ein.

Letztlich ist es aber egal mit welcher männlichen Unterstützung die 89-jährige Marlis Rupprath die Pappmaschee gewordene Wappensau durchs Dorf, beziehungsweise durch die Stadt treibt. Denn das Ziel bleibt immer dasselbe: Möglichst viele Spendengelder zugunsten der Jüngsten generieren. Das Geld, das sie bei ihren Sammeltouren durch die Innenstadt einnehmen, geht ohne jeglichen Abzug an heimischen Kindergärten.
Mal sind es Spielsachen, mal andere Sonderwünsche, die damit finanziert werden. Jedes Jahr kommen drei andere Einrichtungen in den Genuss des Geldregens – von Druffel bis Westerwiehe, von Varensell bis Mastholte. „Früher haben wir Kinderhospize unterstützt“ berichtet Marlis Rupprath. „Aber dann haben wir beschlossen, dass das Geld in Rietberg und den Ortsteilen am besten angelegt ist.“

„Wir“, das sind in diesem Fall die Rietberger Stadtführer. Zu diesen gehört auch Marlies Rupprath. Sie hatten vor mittlerweile zehn Jahren die Idee, in der Vorweihnachtszeit Spenden zu sammeln. „Denn bei Glühwein und Punsch sitzt den Leuten das Portemonnaie oft etwas lockerer“, erklärt die 83-Jährige. Aufgestockt werden die Spendeneinnahmen mit den Erlösen aus dem Püfferchenverkauf, den die Stadtführer beispielsweise beim Stoppelmarkt durchführen.

Nach drei abendlichen Sammeltouren sind in diesem Advent mehr als 1500 Euro an Scheinen und Münzen in Rosis dickem Bauch gelandet. Geleert wurde das Spendenschwein durch eine verdeckt angebrachte Öffnung unter dem rosa Ringelschwänzchen. „Früher befand sich diese Öffnung an Rosis Bauch“, berichtet Marlis Rupprath. Doch als sich das Kläppchen vor einigen Jahren mitten auf dem Adventsmarkt wie von Zauberhand öffnete und das ganze Geld herausfiel, wurde das durch Bastelprofi Ute Merschrock geändert.

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