Ausstellungen 2024 im Heimathaus
24. November 2023 – 30. April 2024 Hans Seifert, Kunstmaler
Hans Seifert wurde am 5.5.1916 in Hohenstein-Ernstthal in Sachsen geboren. Seine Vorfahren waren bodenständige, pommersche Bauern. 1938 lernte er die in Schivelbein geborene Gertrud Schulz kennen.
Der damalige Arbeitsdienstführer und die Modistin heirateten am 4.10.1940 in Schivelbein/Pommern.
Durch den Krieg und die Vertreibung 1945, mussten sie ihren Wohnort in Schivelbein verlassen. Nach monatelangen Irrwegen und Kriegsgefangenschaft fanden sie 1946 in Westfalen eine neue Heimat.
Über 30 Jahre lebten sie in Rietberg und bekamen 5 Töchter und 7 Söhne. Zuletzt arbeitete Hans Seifert über viele Jahre am Amtsgericht in Rietberg.


1988 sind Hans und Gertrud Seifert nach Bad Sassendorf bei Soest verzogen, um dort ihren Lebensabend zu verbringen.
Gertrud Seifert verstarb 2008, und Hans Seifert 2010 kurz vor seinem 94. Geburtstag.
Nach Aussagen seiner Tochter Renate Horstkemper, war die Malerei die ganz große Leidenschaft des Vaters. Er verbrachte viel Zeit mit der Anfertigung präziser Federzeichnungen, Aquarellen und Ölgemälden.
Auch bemalte und verzierte er auf Wunsch diverse Gegenstände wie Kannen, Holztafeln, kleine Schränke u.v.a.
Nachdem der Heimatverein Rietberg für eine geplante Ausstellung Informationen über Hans Seifert suchte, meldeten sich sehr viele Rietberger Bürger, die eine Original-Zeichnung des Malers besaßen. Viele davon zeigen schöne, bekannte Rietberger Motive. Auch Aquarelle und Ölbilder sind darunter.
Mit dieser Ausstellung setzt der Heimatverein die Reihe fort, Rietberger Maler und Persönlichkeiten zu würdigen und an sie zu erinnern.
Die Bereitschaft uns Bilder für die Ausstellung zu überlassen war sehr groß. Herzlichen Dank dafür.
1. Mai 2024 „Bilder aus dem Kleiderschrank“ Anno 1920
Für die Ausstellung „Bilder aus dem Kleiderschrank“ haben wir die Schranktüren und Schubladen des Heimathauses geöffnet, um die darin enthaltenen Schätze zu zeigen.



Bis 1920/30 trugen die Frauen auf dem Land zu ihrer Hochzeit schwarze Kleider, das unterstrich u.a. die Frömmigkeit der Braut, konnte aber auch nach der Hochzeit für weitere festliche Anlässe getragen werden. Ein wichtiger Grund war auch, dass der dunkle Stoff nicht so leicht verschmutzte.
Die Ausstellung zeigt sehr aufwändig genähte Gewänder und ein schwarzes Brautkleid aus der Zeit.
In den wunderschönen über 100 Jahre alten Kleidern, die teilweise in kunstvoller Handarbeit hergestellt worden sind, fotographierte Natalja Klassen im Sommer 2023 hier im Heimathaus Adeline Moreau und Melanie Bültemeier.
Zusätzlich zeigen wir in den Vitrinen schmückende Accessoires und Dinge des Alltags.
Ganz herzlichen Dank für die Mithilfe bei der Realisierung dieser Ausstellung:
Fotografin: Natalja Klassen
Models: Adeline Moreau und Melanie Bültemeier
Friseurmeisterin: Galina Ewert
Frank Junge stiftete dem Heimatverein einige der hier ausgestellten Kleider.
Organisation: Christa Honerlage
Juli – Oktober 2024 Fotoausstellung „Links und Rechts der Ems“
Die Fotogruppe „Die Lichtbildner“ aus Wiedenbrück besteht aus Freunden, die Spaß daran haben, auf Wanderungen oder gemeinsamen Unternehmungen ihre Eindrücke fotografisch festzuhalten und diese mit anderen zu teilen.
„Links und Rechts der Ems“ ist das jüngste Projekt der Gruppe, die ab dem 28. Juli 2024 im Heimathaus ausgestellt wird. Auf ihrer Fotowanderung von den Emsquellen in Hövelhof bis zur Mündung in Emden machen „Die Lichtbildner“ eine erste Station im Heimathaus und präsentieren lokale Bilder von den Emsquellen bis nach Rietberg.
Die Sehnsucht nach dem fotografischen Gestalten mit Licht, führte 2013 die Gruppe „Die Lichtbildner“ zusammen. Bis heute hat die Gruppe verschiedene fotografische Ausstellungen und Projekte verwirklicht, darunter Fotoausstellungen über den westfälischen Jakobsweg von Minden nach Soest sowie zum 100-jährigen Bestehen der LWL Klinik Gütersloh.



Die Gruppe besteht heute aus den Mitgliedern:
Andreas Gerling, Friederike Sinne, Detlef Witte,
Karin Maletz, Thomas Maletz
Die Fotogruppe hat sich noch unter Corona Zeiten auf den Weg nach Emden begeben, um die Landschaften und Städte links und rechts in Fotografien einzufangen. Die Ems, als der nach der Weser zweitlängste in Deutschland entspringende Fluss, ist seit Jahrhunderten prägend für die Menschen und Städte entlang ihres Flusslaufes. Diese Entwicklung wollen die Lichtbildner in großformatigen Fotografien festhalten und gerade dem lokal verankerten Betrachter die Schönheiten und die Vielfältigkeit dieser Orte vor Augen führen, die im Alltag oft verloren, gehen. Sie leisten damit einen bildlichen Beitrag zur Bewahrung der lokalen Geschichte und Kultur.
Oktober 2024 Bilderausstellung „Kunst bringt uns zusammen“
Seit Sonntag, den 27. Oktober wird im Heimathaus, die Ausstellung der Ukrainerin Inna Orlova und ihres Vaters Dmytro Samoschewsky gezeigt.
Der Titel der Ausstellung lautet: Winnyzja-Westfalen, „Kunst bringt uns zusammen“
Der Künstler Dmytro Samoschewsky wurde 1960 in einem Dorf bei Winnyzja in der Mittelukraine geboren. Schon früh begeisterte er sich für das Zeichnen.
Direkt nach der Schulzeit und seinem Militärdienst begann er eine fünfjährige Ausbildung zum Dekorations- künstler. 1981 schrieb er sich an der Kunst- und Grafikfakultät des Pädagogischen Instituts Odessa ein und schloss das Studium als Lehrer für Kunst erfolgreich ab.
25 Jahre arbeitete er als Lehrer an der Schule und in außerschulischen Bildungseinrichtungen. Neben seinem Beruf widmete er sich seiner Familie, und in seiner gesamten Freizeit der Malerei. Er fertigte u.a. in diversen ukrainischen Gotteshäusern sakrale Wandgemälde und wurde im Bereich Sakralkunst mit dem bedeutenden St. Nikolaus- Orden geehrt. Dmytro Samoschewskys Werke sind mittlerweile bei Kunstkennern und Kunstsammlern in der ganzen Welt zu finden.
Inna Orlova wurde 1987 als erstes von zwei Kindern des Künstlers Dmytro Samoschewsky und der Journalistin Kateryna Samoschewsky bei Winnyzja geboren.
Sie malt wie ihr Vater seit ihrer Kindheit. Während der Schulzeit entwickelte sich ihre Leidenschaft für Kunst und Malerei immer weiter.
Von 2004 bis 2008 absolvierte sie ein Studium für Fremdsprachen (Deutsch und Englisch) an der Pädagogischen Universität Winnyzja und arbeitete danach als Lehrerin.
Neben ihrem Beruf nahm sie an zahlreichen Kunstausstellungen teil und illustrierte mit ihren Zeichnungen bereits fünf Kinderbücher. So wundert es wenig, dass vor dem Krieg in der Ukraine Verlage um eine Zusammenarbeit mit der Künstlerin buhlten.
Im März 2022 flüchtete sie vor dem russischen Angriffskrieg nach Deutschland. Inna Orlova lebt und arbeitet seitdem in Rietberg, wo in ihrer Freizeit auch schon weitere Werke entstanden.


Fotos: Privat
Christa Honerlage (l), Inna Orlowa